Manchmal erzählen Tattoos Geschichten, die so persönlich und berührend sind, dass man sie am liebsten von den Menschen selbst erzählen lässt.
Ich durfte meiner lieben Kundin Kerstin heute bereits das zweite Tattoo stechen. Und auch dieses Motiv hatte wieder eine ganz besondere Bedeutung. Kerstin hat mir anschließend ihre Geschichte aufgeschrieben und mir erlaubt, sie mit euch zu teilen.
Zwei Tattoos, zwei Menschen, die für immer einen Platz im Herzen haben
Kerstin hatte sich vor Jahren vorgenommen, sich nur dann tätowieren zu lassen, wenn die Motive für sie eine ganz besondere Bedeutung haben. Keine spontanen Entscheidungen, keine beliebigen Bilder – sondern Erinnerungen und Menschen, die ihr Leben geprägt haben.
Ihr erstes Tattoo, ein Anker, ist ihrem Mann gewidmet.
Das zweite Tattoo entstand für einen ganz besonderen Menschen: ihre beste Freundin Michaela, die Kerstin liebevoll ihren Lieblingsmenschen nennt.
Die beiden Frauen lernten sich am 5. November 2019 in einer Rehaklinik kennen. Beide leben mit Parkinson. Was damals als Begegnung während eines Klinikaufenthalts begann, entwickelte sich mit der Zeit zu einer ganz besonderen Freundschaft.
Eine Freundschaft, die keine täglichen Worte braucht
Kerstin beschreibt ihre Verbindung mit Michaela mit einem Satz, der kaum treffender sein könnte:
Sie können manchmal Wochen oder sogar Monate nichts voneinander hören. Doch wenn sie wieder Kontakt haben, machen sie einfach dort weiter, wo sie beim letzten Mal aufgehört haben.
Keine Vorwürfe, keine Erklärungen, keine Erwartungen. Einfach eine Freundschaft, die bleibt.
Auch Kerstins Mann hat längst erkannt, wie eng die beiden miteinander verbunden sind. Für ihn sind die Freundinnen wie Schwestern.
Aus genau diesem Gefühl heraus entstand der Spruch, den Kerstin sich tätowieren ließ. Ein Motiv, das ihre Freundschaft und die besondere Verbindung zwischen den beiden Frauen symbolisiert.
Mit diesem Tattoo trägt sie Michaela nun immer ein kleines Stück bei sich.
Nicht jeder muss dieselben Zeichen der Verbundenheit tragen
Besonders schön finde ich auch einen Gedanken aus Kerstins Nachricht: Michaela selbst möchte sich kein Tattoo stechen lassen.
Und das ist für Kerstin vollkommen in Ordnung.
Denn Freundschaft braucht keine identischen Tattoos, keine Beweise und keine Verpflichtungen. Die beiden haben ihre Unendlichkeitsanhänger an ihren Halsketten und wissen, dass sie sich ohnehin immer im Herzen tragen.
Das ist vielleicht eine der schönsten Botschaften dieser Geschichte: Wahre Verbundenheit braucht keine gleichen Entscheidungen. Sie lebt von Vertrauen, Verständnis und gegenseitigem Respekt.
Wenn aus einem Tattoo eine Geschichte wird
Liebe Kerstin, vielen Dank, dass du deine Geschichte mit mir und meinen Lesern teilst.
Es freut mich unglaublich, dass ich mit meiner Arbeit einen kleinen Teil deiner ganz persönlichen Erinnerungen festhalten durfte. Und natürlich freue ich mich schon auf unser nächstes Wiedersehen!
Manchmal sind es nicht die größten oder aufwendigsten Motive, die am meisten erzählen.
Manchmal reicht ein einziger Spruch, um eine ganze Freundschaft zu beschreiben.
Denn manche Menschen sind nicht einfach nur Freunde. Sie sind Lieblingsmenschen – und bleiben für immer ein Teil von uns.
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